ASBEST


WAS IST ASBEST?

Asbeste sind im Bauwesen überwiegend Weißasbest (Chrysotil) und Blauasbest (Krokydolith), aber auch Braunasbest (Amosit). Asbest ist hitzefest, zugfest, beständig, elektrisch isolierend und thixotrop.

VORKOMMEN

Bis 1995 und vereinzelt danach muss von Asbest in vielen (Bau-) Produkten ausgegangen werden, z.B. in Spritzmassen, Gips-Spachtelmassen, Mörteln, Putzen und Zementklebern, in Schnüren und Geweben, in Leichtbauplatten, Asbestzementprodukten und Naturstein oder in Kunststoffbelägen, Kunstschäumen, Gießmassen, Kitten, Anstrichen, Leimklebern sowie Teer- Leinöl- und Gummiprodukten.

RISIKEN

Je nach Festigkeit und mechanischer Einwirkung werden lungengängige Fasern freigesetzt, die eingeatmet mit einer Latenzzeit von 15-40 Jahren auch kanzerogene Krankheitsbilder der Atmungsorgane, des Bauchfellraums und der Brust (Asbestose, Mesotheliom, Bronchialkarzinom) auslösen können. In Deutschland sterben jährlich allein über 1.500 Menschen aufgrund einer anerkannten asbestbedingten Berufskrankheit, die tatsächlichen Fallzahlen liegen deutlich darüber.

PRÜFUNG

Anerkannte Sachverständige des GVSS prüfen mit Analysen akkreditierter Labore nach den aktuellen VDI-Normen im Material, im Staub und in der Luft.

SANIERUNG

Die Sanierungsmethode nach Stand der Technik ist das Entfernen. Zugelassen sind nur Firmen, die personell und sicherheitstechnisch die Anforderungen der TRGS 519 erfüllen. Differenzierte Sachkundenachweise sind erforderlich, viele Arbeiten dürfen nur von Firmen mit einer Zulassung nach GefStoffV, Anhang I, Nr.2, 2.4.2, Abs.4 durchgeführt werden. Für alle Tätigkeiten mit Asbest besteht Anzeigepflicht bei der zuständigen Behörde.

WEITERE INFORMATIONEN ZU ASBEST

Asbest – Alles auf einen Blick

Tabellarische Zusammenfassung aus dem Fachbuch “Schadstoffe in Innenräumen und an Gebäuden” (Kapitel Schadstoffe kompakt)

Der in Kapitel 6 – Schadstoffe Kompakt – als Grenzwert Arbeitsschutz angegebene Wert von <15.000 F/m³ „Arbeiten mit geringer Exposition“ ist zwischenzeitlich veraltet.
Aktuell ist die Akzeptanzkonzentration gemäß TRGS 519 wie folgt festgelegt:
Auszug TRGS 519, Ausgabe Januar 2014
1 Anwendungsbereich
(5) Die TRGS 910 beschreibt für Asbest:
1. eine Akzeptanzkonzentration von 10.000 Fasern/m³, die einem Akzeptanzrisiko von 4 : 10.000 entspricht und die bei Unterschreitung mit einem niedrigen, hinnehmbaren Krebsrisiko assoziiert ist.
Der in der TRGS 910 gemachte Vorschlag, das Akzeptanzrisiko von 4:100.000 anzustreben und den in der Einführungsphase vorläufig festgesetzten Wert von 4:10.000 spätestens 2018 abzusenken, ist derzeit noch nicht umgesetzt.

Schadstoffe_2te-auflage Tabellen Schadstoffe kompakt 2